Tradition. Struktur. Materialität.
Interpretation. Durchlässigkeit.

Bei dem Entwurf des Ersatzbaus sollten die alten charakteristischen Elemente wie Dachkonstruktion und Gebäudeform in die moderne Zeit überführt werden, ohne den historischen Bezug zu verleugnen.

Der Sockel aus Stampfbeton und die recycelten alten Bohlenständer für die Fassade bestimmen Farbe und Gesamtanmutung des Gebäudes. So wird der Bau in das landschaftlich sensible Siedlungsgebiet eingebettet und die Materialwahl hat einen direkten Bezug zur Bautradition der Region.

Das vollflächig mit einer Solartherme und Photovoltaikanlage belegte Dach respektiert die Natur in zweierlei Hinsicht: Es macht das Gebäude zu einem Minergiehaus und reflektiert in beeindruckender Weise die Farben des Himmels. Gleichzeitig greift die Dachkonstruktion auf die ursprüngliche liegende Konstruktion mit angebautem Schleppdach zurück – dabei wurde die Sparrenanlage zwar erneuert und so der Dachfirst erhöht, was aber durch die Dämmung zwischen den Sparren geschickt kaschiert wird. Der Traditionstransfer wurde durch die Verwendung von Altholz bei den sichtbaren Flugsparren und Aufschieblingen konsequent weitergeführt.

Bei der Fassadengliederung wurde gut erkennbar auf die alte Fenstereinteilung des ursprünglichen Bauernhauses zurückgegriffen, wobei eine Holz-Glas-Kombination eine archaische Moderne zeigt, die heute wesentlich besser in das vorherrschende Landschaftsbild paßt. Ein Sonnenschutz mittels verdeckten Schiebeläden auf der ganzen Höhe erhöht in der warmen Jahreszeit den Wohnkomfort, während die Stabholz-Lattung der Fassade die dahinter liegende Verglasung kaschiert und gleichzeitig ausreichend Durchlässigkeit für die fantastischen Ausblicke bietet.